Motorradführerschein in Österreich – Prüfung, Kurs und Kosten

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Motorrad

Motorrad (Quelle: pixabay.com)

Die Voraussetzungen für den Motorradführerschein

Der österreichische Motorradführerschein wird in verschiedene Klassen eingeteilt. Für den sogenannten A-Führerschein gelten die folgenden Voraussetzungen: Man darf ein Motorrad fahren, wenn man entweder über einen Führerschein der Klassen A1, A2 oder A verfügt oder seit mindestens fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B innehält und eine zusätzliche Ausbildung absolviert hat (Berechtigung bis 125 ccm).

Als Mindestalter für die einzelnen Klassen ist dies vorgeschrieben:

Klasse A1: 16 Jahre, die Klasse berechtigt zur Führung von Motorrädern mit oder ohne Beiwagen mit maximal 125 ccm Hubraum und 11 kW (15 PS) sowie maximal 0,1 kW/kg Eigengewicht. Auch dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW (20 PS) dürfen geführt werden.

Klasse A2: 18 Jahre, die Klasse berechtigt zur Führung von Motorrädern mit und ohne Beiwagen mit maximal 35 kW (48 PS) und 0,2 kW/kg Eigengewicht.

Gedrosselte Versionen dürfen sich nur von Fahrzeugen ableiten, die nicht mehr als die doppelte Leistung haben.

Klasse A: 20 Jahre (nach zwei Jahren Vorbesitz der Klasse A2), die Klasse berechtigt zur Führung von Motorrädern Motorräder mit und ohne Beiwagen ohne Leistungsbeschränkung sowie dreirädrigen Kraftfahrzeugen über 15 kW (20 PS).

Klasse A bei Direkteinstieg: 24 Jahre

Darüber hinaus kann man auch über das sogenannte Stufenmodell in den Klassen aufsteigen. Es erleichtert das Erreichen einer höheren Klasse. Die Voraussetzungen dafür sehen wie folgt aus:

  • Mindestens zweijähriger Besitz der niedrigeren Klasse
  • Absolvierung der 2. Ausbildungsphase
  • Mindestens sieben Stunden Praxistraining bei einer Fahrschule oder eine Fahrprüfung

Die 1. Ausbildungsphase und Prüfung

Der theoretische Teil der Ausbildung erfordert eine Mindestanzahl von 20 absolvierten Unterrichtseinheiten im allgemeinen Teil sowie sechs Stunden im klassenspezifischen Segment. Wer nebenher den Führerschein der Klasse B macht, kann sich den allgemeinen Teil für beide Klassen anrechnen lassen und muss in so nicht doppelt absolvieren.

In der Praxis werden mindestens 14 Fahrstunden vorgeschrieben, von denen mindestens zehn auf Straßen mit öffentlichem Verkehr stattgefunden haben müssen. Wer 39 oder älter ist, muss sogar 16 Fahrstunden vorweisen können. Zusätzlich wird ein mindestens sechsstündiger Erste-Hilfe-Kurs vorausgesetzt.

Innerhalb von 18 Monaten nach Abschluss der Ausbildung muss man die Prüfung antreten, da sie sonst verfällt und die Ausbildung wiederholt werden muss. Die 1. Ausbildungsphase gilt als abgeschlossen, wenn man die Prüfung bestanden hat. Die Probezeit beträgt drei Jahre, innerhalb derer man ein Alkoholverbot mit Limit von 0,1 Promille einzuhalten hat. Für Absolventen der Klasse A1 endet die Probezeit mit Vollendung des 21. Lebensjahres.

Bei schweren Verstößen wie beispielsweise einer Fahrerflucht oder eines Geschwindigkeitsdelikts ordnet die zuständige Behörde eine Nachschulung an, sofern das Vergehen in die Probezeit fällt. Sie ist kostenpflichtig und verlängert die Probezeit um ein Jahr.

Personen, die einen ununterbrochenen Besitz des Führerscheins der Klasse B mit dem Code 111 über zwei Jahre hinweg nachweisen können, werden sechs der dafür absolvierten Stunden angerechnet.

Der Ablauf der Prüfung

So läuft die Prüfung ab:

Der theoretische Teil

Der theoretische Teil der Prüfung wird an einem PC durchgeführt. Die Fragen werden im Multiple-Choice-Verfahren gestellt, es sind also mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben. Dabei kann mal eine, mal mehrere und teilweise sogar jede Antwort richtig sein. Eine Frage wird nur als richtig beantwortet eingestuft, wenn auch alle zutreffenden Antwortmöglichkeiten markiert wurden.

Der praktische Teil

Der praktische Teil nimmt mindestens 25 Minuten in Anspruch.  Wer einen der beiden Bestandteile der Prüfung nicht bestehen sollte, darf den Test erst nach Ablauf einer zweiwöchigen Frist wiederholen.

Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung erhält man unmittelbar im Anschluss den vorläufigen Führerschein. Er ist für vier Wochen gültig und erstreckt sich nur auf österreichisches Gebiet. Zwar gab es nach der Umsetzung der Führerschein-Richtlinie 2006/126/EG eine Anfrage des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie hinsichtlich einer möglichen Harmonisierung des österreichischen Führerscheins in mehreren EU-Staaten, dies scheiterte jedoch an den Zusatzvoraussetzungen der Kombination der A- und B-Klassen. Diese konnten nicht mit den gesetzlichen Vorschriften der anderen Länder vereinbart werden.

Ebenfalls bekommt man nach Bestehen der Prüfung ein Kostenblatt. Der Steckkartenführerschein hingegen wird per Post versandt, nachdem man die angefallenen Gebühren bezahlt hat.

Die 2. Ausbildungsphase

Selbst Inhaber eines Führerscheins der Klasse B müssen die Ausbildung durchlaufen, die für die Klasse A vorgesehen ist.

Sie beinhaltet ein eintägiges Fahrsicherheits-Training, welches etwa achteinhalb Stunden in Anspruch nimmt. Außerdem zählen ein verkehrspsychologisches Gruppengespräch und ein Gefahrenwahrnehmungstraining zum Programm. Diese Phase muss in einem Zeitraum von zwei bis zwölf Monaten nach Bestehen der Führerscheinprüfung durchgeführt werden. 4 – 14 Monate nach Bestehen muss eine Perfektionsfahrt gemacht werden. Sie dauert zwei Mal jeweils 50 Minuten. Daran ist ein Gespräch über das während der Fahrt erlebte angeschlossen. Zwischen dem Fahrsicherheitstraining und der Perfektionsfahrt muss mindestens ein Zeitraum von zwei Monaten liegen.

Wer die Ausbildung entweder nicht oder nicht vollständig im vorgesehenen Zeitraum absolviert, muss unter Umständen mit der Setzung einer Nachfrist rechnen. Dies hat eine Verlängerung der Probezeit sowie im Extremfall sogar die Entziehung der Lenkberechtigung bis zum Abschluss der Ausbildung zur Folge.

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