Motorradführerschein in Deutschland – Prüfung, Kurs und Kosten

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Motorrad

Motorrad (Quelle: pixabay.com)

Viele Jugendliche und Erwachsene in Deutschland träumen vom Zweiradfahren. Deshalb wird der Motorradführerschein immer populärer. Immer mehr Menschen, egal ob Männer oder Frauen, machen einen Zweiradführerschein. Wahrscheinlich überlegen auch sie, ob sie den Führerschein machen sollten, um die Freiheit auf zwei Rädern zu genießen. Lohnt es sich den Motorradführerschein zu machen? Welche Scheine gibt es? Welche Vor- und Nachteile hat das Motorradfahren?

Arten von Motorradführerscheinklassen

Die verschiedenen Führerscheinklassen für Motorräder in Deutschland:

Die Mofaprüfbescheinigung

Der kleinste Schein für das Fahren eines Zweirads ist die Mofaprüfbescheinigung. Sie erlaubt es ab 15 Jahren Roller und Mofas mit einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h zu fahren. Die Mofaprüfbescheinigung ist ein guter Einstieg in das Zweiradfahren, weil man durch die geringe Geschwindigkeit keine schwerwiegenden Unfälle verursachen kann. Außerdem gewöhnt man sich an das Fahrgefühl von Zweirädern. Der wahrscheinlich ausschlaggebende Punkt für viele 15-Jährige ist die Unabhängigkeit, die man mit einem Roller oder einem Mofa genießt. Die Prüfbescheinigung wird mit sechs Theoriestunden, einer Praxisstunde und einer theoretischen Prüfung erworben. Der Preis für die Fahrerlaubnis liegt je nach Gegend zwischen ca. 70 und 150 €.

Führerscheinklasse AM

Die nächstgrößere Führerscheinklasse ist die Klasse AM. Sie erlaubt das Fahren von Rollern mit einem maximalen Hubraum von 50ccm oder, bei Elektrorollern, mit einer Leistung von 4 kW. In beiden Fällen liegt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit bei 45 km/h. Der AM-Führerschein kann mit 16 Jahren erworben werden. Dafür muss man Theorie- und Praxisunterricht besuchen. Abschließend müssen Prüfungen in Theorie und Praxis gemacht werden. Der AM-Schein ist auch in dem normalen Autoführerschein enthalten. Somit hat jeder Besitzer der Führerscheinklasse B auch die AM-Klasse und darf einen Roller fahren. Die Kosten für die Führerscheinklasse AM liegen je nach Gegend und Anzahl der Fahrstunden, zwischen ca. 500 und 800 €.

Führerscheinklasse A1

Mit der nächsten Klasse kommen wir von den Rollern und Mofas zu den Motorrädern. Der A1-Führerschein, auch 125er-Führerschein genannt, ist der kleinste Motorradführerschein. Er kann mit 16 Jahren erworben werden und erlaubt das Fahren von Motorrädern mit einem Hubraum von 125 ccm. Außerdem darf die Leistung maximal 11 kW, also 15 PS betragen. Eine weitere Einschränkung ist das maximale Leistungsgewicht von 0,1 kW/kg. Die Begrenzung auf 80 km/h wurde aufgehoben, sodass die Höchstgeschwindigkeit nicht vorgeschrieben ist. Bauartbedingt liegt sie bei ca. 120–130 km/h. Die A1 Klasse stellt somit einen sehr guten Einstieg in das Motorradfahren dar, weil Fahrverhalten und Abmessungen sehr ähnlich zu großen Motorrädern sind. Außerdem ist man mit dem 125er-Führerschein unabhängig und man darf auf allen Straßen fahren, auch auf Autobahn und Bundesstraße. Auch für den Erwerb der Klasse A1 müssen Theorie, sowie Praxisunterrichte absolviert und Prüfungen in Theorie und Praxis gemacht werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf zwischen ca. 1.200 und 1.400 €. Der Preis ist abhängig von der Anzahl der Fahrstunden.

Führerscheinklasse A2

Die Führerscheinklasse A2 erlaubt das Fahren von Motorrädern mit einer maximalen Leistung von 35 kW, also 48 PS. Der Hubraum wird nicht begrenzt. Jedoch beträgt das maximale Leistungsgewicht 0,2 kW/kg. Somit können auch Maschinen, die serienmäßig eine höhere Leistung haben gedrosselt werden, wenn das Leistungsgewicht stimmt. Hierbei gibt es aber eine Einschränkung. Die serienmäßige Ausgangsleistung des zu drosselnden Motorrades darf 70 kW, das entspricht 95 PS, nicht übersteigen. Wenn man bereits in Besitz des A1-Führerscheins ist, muss zum Erwerb des A2-Scheins lediglich eine praktische Prüfung gefahren werden. Theorie- und Praxisunterrichte, sowie die theoretische Prüfung fallen also weg. Erweitert man also nur auf A2 fallen nur die Prüfungsgebühren zur praktischen Prüfung an. Steigt man mit A2 ein betragen die Gesamtkosten der Führerscheinausbildung ca. 1200–1400 €. Der Preis variiert je nach Anzahl der Fahrstunden.

Führerscheinklasse A

Die von vielen angestrebte Führerscheinklasse A erlaubt das Fahren von allen Zweirädern. Es gibt also keine Einschränkung in Hubraum, Leistung und Leistungsgewicht. Wer den Führerschein der Klasse A2 bereits zwei Jahre besitzt, kann mit einer praktischen Prüfung auf den A-Führerschein aufrüsten. Es müssen keine Theorieunterrichte mehr besucht und auch keine Fahrstunden gemacht werden. Auch die Theorieprüfung fällt weg. Wer jedoch direkt in der A-Klasse einsteigt, kann dies erst im Alter von 24 Jahren und über eine komplette Fahrschulausbildung mit Theorieunterrichten, Fahrstunden und Prüfungen in Theorie und Praxis. Die Kosten liegen dabei je nach Fahrstundenanzahl, Wohnort und Erfahrung zwischen 1.100 und 1.700 €. Wer bereits mit 18 Jahren den A2-Schein gemacht hat, kann schon mit 20 Jahren den A-Schein besitzen und bezahlt nur die Prüfungsgebühren zur praktischen Prüfung.

Vor- und Nachteile des Motorradfahrens

Ein Nachteil des Motorradfahrens, der sehr oft erwähnt wird, ist das hohe Unfallrisiko. Motorradfahrer werden schnell übersehen oder in ihrer Geschwindigkeit unterschätzt und so können schnell Unfälle passieren. Dabei besteht bei Motorrädern ein höheres Verletzungsrisiko als bei Autos, da es keine Knautschzone und Fahrgastzelle gibt.

Außerdem ist Motorradfahren ein teures Hobby. Hohe Versicherungskosten, teure Verschleißteile und auch die Schutzbekleidung in Form von Helm, Jacke, Hose, Handschuhen und Stiefeln schlagen mit hohen Kosten zu Buche.

Andererseits hat Schutzausrüstung mittlerweile ein sehr hohes Niveau. Viele Verletzungen werden bei Unfällen vermieden und auch die Allwettertauglichkeit kann gewährleistet werden. Darüber hinaus nehmen Assistenzsysteme wie ABS (Antiblockiersystem) und Traktionskontrolle dem Fahrer viel Arbeit ab und verhindern Unfälle.

Der wichtigste Punkt ist jedoch der Spaß am Motorradfahren. Das Gefühl der Freiheit im Fahrtwind, die Schräglage und das Gemeinschaftsgefühl unter den Motorradfahrern sind einzigartig. Letztendlich muss jeder für sich selbst abwägen welche Aspekte für ihn überwiegen und ob er die finanziellen Mittel für den Motorradführerschein hat.

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