Strafenkatalog – Verkehrsstrafen und Bußgelder in Österreich

Strafenkatalog: Was ist im Straßenverkehr erlaubt und was nicht? Eine Übersicht über Verkehrsstrafen und Bußgelder in Österreich, sowie Organmandate finden Sie hier!

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Strafen berechnen

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Verkehrsstrafen zählen in Österreich zu den häufigsten verhängten Strafmandaten, dies es gibt. Laut aktuellen Statistiken werden jährlich durchschnittlich bis zu 70 Prozent aller Bundesbürger von solchen erfasst. Doch was sind die häufigsten Straftaten in diesem Bereich und was muss der Fahrer dabei beachten? An dieser Stelle wurden die hauptsächlichen und häufigsten Vergehen zusammengetragen und auch die zu erwartenden Strafen sollen dabei im Fokus der Betrachtung liegen.

Das sollte der Fahrer wissen

Anders als in vielen anderen Ländern Europas, gibt es in Österreich keinen einheitlichen Strafkatalog. Dies bedeutet, dass jedes Bundesland seine eigenen Vorschriften zu den jeweiligen Vergehen macht. Somit sollten sich besonders Reisende aus dem Ausland im Vorfeld gut informieren, mit welchen Bußgeldern und Strafen sie in jeweiligen Bezirk zu rechnen haben. Aus diesen Umständen heraus ergibt sich die Tatsache, dass in manchen Gegenden nur ein Bußgeld verhängt wird, während in anderen Regionen schon der Verlust des Führerscheins droht.

Alkohol am Steuer

Das mit am häufigsten begangene Delikt im Straßenverkehr ist das Fahren unter Alkohol. Dabei gilt, dass eine Grenze von 0,5 Promille nicht überschritten werden darf. Für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren liegt diese Grenze in den meisten Bundesländern Österreichs sogar bei 0,1 Promille.

Wer mit mehr Alkohol im Blut erwischt wird, muss mit einer Verwaltungsstrafe und einer Vormerkung rechnen. Sollten sogar mehr als 0,8 Promille im Blut festgestellt werden, kann dies schon den Entzug der Lenkberechtigung nach sich ziehen. Dies ist aber nur in speziellen Fällen gegeben, meistens dann, wenn Alkohol innerorts festgestellt wurde.

Sollte sogar ein Unfall verursacht worden sein, so ist nicht nur automatisch die Fahrerlaubnis eingezogen, sondern die Versicherung kann vom Fahrzeugführer auch bis zu 11.Euro Schadensersatz verlangen. Diese muss der angetrunkene Fahrzeugführer dann zurückzahlen, denn grundsätzlich werden Fahrten unter Alkoholeinfluss nicht von den Versicherungsanstalten abgedeckt.

Geschwindigkeitsübertretungen

Geschwindigkeitsübertretungen sind auch in Österreich keine Seltenheit. Daher wurden die Strafen für diese in den letzten Jahren deutlich angezogen. So kann es sein, dass nicht nur Bußgelder verhängt werden, sondern auch die Lenkberechtigung eingezogen wird.

Dabei gilt, dass wer innerorts mit einer Geschwindigkeit zwischen 50 und 60 Km/h erwischt wird, schon mit einem Entzug der Fahrerlaubnis von bis zu zwei Wochen rechnen muss. Sollte man sogar mit mehr als 90 km/h unterwegs gewesen sein, wird die Fahrerlaubnis für ganze sechs Monate eingezogen.

Auf der Autobahn gilt eine Begrenzung von 130 km/h. Sollte hier dieser Wert überschritten werden, so kann sofort der Führerschein auf Dauer entzogen werden. Zudem wird ein heftiges Bußgeld verhängt, dass sich in den Bereich von mehreren tausend Euro erstrecken kann. Wer als Ausländer nach Österreich fährt, sollte sein Tempo also entsprechend anpassen. Besonders wenn man aus Deutschland kommt, ist eine sofortige Reduktion der Geschwindigkeit ratsam, denn dort gibt es keine Begrenzung auf der Autobahn.

Park- und Halteverbote

 

An dieser Stelle hat man im Strafenkatalog den absoluten Spitzenreiter erreicht. Nichts wird so häufig übertreten, wie die Regelungen zum Parken und Halten.

So ist das Parken im direkten Einzugsgebiet von Schutzwegen für Fußgänger oder an Kreuzungen eines der häufigsten Probleme. Sollte man hier erwischt werden, kann dies teuer werden. In Extremfällen droht auch der Entzug der Fahrerlaubnis, wenn zum Beispiel auf einem Überweg gehalten wird, der speziell für Schulkinder gedacht ist.

Parken am Radweg

Auch das einspurige Parken auf dem Radweg kann in Österreich zu erheblichen Konsequenzen führen. Wer den Weg mit seinem Fahrzeug blockiert und somit die freie Fahrt der Räder behindert, erhält eine Strafe von bis zu 726 Euro und kann zudem auch noch abgeschleppt werden. In leichten Fällen belassen es die Ordnungshüter meist aber bei einer Verwarnung.

Organmandat / Strafmandat

Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass die meisten Behörden ein sogenanntes Organmandat ausstellen. Dieses ist mit einem Bußgeld zwischen 26 und 36 Euro behaftet. Die Verwaltungsstrafe wird erst bei erheblichen Vergehen oder Wiederholungen angewandt, sodass man es besser nicht darauf anlegen sollte. Auch bei Abschleppmaßnahmen sind die Österreicher nicht grade kleinlich. Hier kann schnell ein Wagen abgeholt werden, was dann mit bis zu 240 Euro zu Buche schlagen kann.

Reisende aus dem Ausland sollten sich gleich nach dem Grenzübertritt noch eine passende Parkscheibe kaufen. Die aus anderen Ländern Europas bekannten blauen Parkscheiben hinter der Windschutzscheibe haben in Österreich keine Gültigkeit. Daher muss eine speziell zugelassene Scheibe erworben werden, die den österreichischen Anforderungen entspricht.

Das Telefonieren im Auto

Wer in Österreich im Auto telefoniert, der riskiert ebenfalls viel. Nicht nur dass das Leben und die Sicherheit anderer in Gefahr sind, auch der eigene Führerschein kann sehr schnell seine Gültigkeit verlieren.

In den aller meisten Fällen wird aber nur ein sogenanntes Organmandat in Höhe von 50 Euro verhängt. Allerdings kann auch ein Strafmandat erstellt werden, wenn der Fahrer durch eine entsprechende Aufzeichnungsanlage bei hohen Geschwindigkeiten mit einem Telefon fotografiert wurde. Diese umgangssprachlich als Blitzer bezeichneten Systeme, haben in Österreich nämlich auch in diesem Punkt Rechtskraft. So kann ein Strafmandat von bis zu 2180 Euro drohen und ein Entzug des Führerscheins ist in jedem Fall zu erwarten. Über welchen Zeitraum sich dieser erstreckt, hängt vom Ort und der jeweiligen Situation ab.

Allerdings geht der österreichische Staat hier noch deutlich weiter. Auch wer mit einer Freisprecheinrichtung telefoniert, kann zur Verantwortung gezogen werden, wenn ein Unfall geschieht. Hier gilt das Prinzip der Ablenkung genauso, als wenn der Fahrer das Gerät direkt in der Hand gehalten hat.

Tipps für den Alltag

Es könnten noch viele weitere Vergehen aufgezählt werden, aber dies sind wohl die Häufigsten. Ein wichtiger Tipp kann vor allem beim Telefonieren gegeben werden. Sollte man ein dringendes Gespräch führen müssen, ist es angebracht, an den Rand zu fahren oder sich einen Parkplatz zu suchen. Nur so können am Ende schwere Unfälle und horrende Strafen wirklich verhindert werden. Zudem sollte jeder Fahrer auf die strengen Parkregelungen achten, wenn er nicht seinen Führerschein riskieren will.

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